Letztes Wochenende war Landesparteitag in Bayern. Zu Gast im malerischen Straubing waren dabei auch einige von uns Coburger Stadt- und Landpiraten. Zusammen mit 230 Parteimitgliedern aus Franken, Schwaben und Altbayern haben wir ganz basisdemokratisch an einem Parteiprogramm für Bayern gearbeitet:
Viele Menschen wissen, dass Piraten für die Freiheit im Internet, den Schutz der Privatsphäre, dem freien Zugang zu Bildung und politischer Transparenz stehen. Neben diesen Kernthemen diskutierten wir an diesem Wochenende über zahlreiche Aufgaben, Fragen und Probleme in der Gesellschaft:
So sprachen sich die Mitglieder beispielsweise für die Liberalisierung von Ladenöffnungszeiten aus und für eine Drogenpolitik bei der die Stärkung der Aufklärung und Prävention im Vordergrund stehen und nicht der Kleinbesitz. Oder auch für ein Verbot von Tierversuchen, bei möglichen Alternativen. Auch soziale Themen wie die Gebührenfreiheit von Kindergärten oder die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehr durch innovative Konzepte, waren Teil der Antragsflut (das Antragsbuch hatte 205 Seiten!).
Am Ende waren es mehr als 100 – teilweise extrem umfangreiche Anträge. Aber nicht alles fand Zustimmung. So lehnte die Mehrheit der bayerischen Piraten eine Abschaffung des Verfassungsschutzes in Bayern deutlich ab. Auch Ideen zur Lockerung des Waffenrechts hatten keine Chance.
Wenn es auch mitunter emotional und hitzig im Magnobonus-Markmiller-Saal der Barmherzigen Brüder zuging, war die Debatte sehr sachorientiert und geordnet. Es war wie immer bei den Piraten eine bunte (wenn auch überwiegend schwarz mit orangenen Akzenten gekleidete) Mischung im Saal: Vom Juristen, Industriearbeiter, Nerd bis hin zum Landwirt war alles vertreten – quasi ein kompletter Querschnitt durch die Gesellschaft.
Piraten sind bekannt dafür, dass sie auf Displays fixiert sind. Nun ja, so war das auch hier
Schließlich müssen die Anträge genau gelesen werden oder Tweets mit Hashtag #lptb oder #straubings auf die Twitter-Wall geschickt werden.
Kurz vor Ende des Parteitages, nämlich kurz vor den ersten Hochrechnungen aus dem Saarland, stieg der Adrenalinspiegel der Mitglieder noch einmal kurz an und endete dann in einem gewaltigen Glücksrausch und der Saal tobte!
Dies nahmen die Mitglieder sogleich als Ansporn und arbeiteten die restlichen Tagesordnungspunkte ab.
Beendet wurde den Landesparteitag mit einer Wahlparty für die Saarpiraten!
Der Parteitag war inhaltlich eine Megaleistung. Formal hat er sich vom Trott der anderen etablierten Parteien sicherlich deutlich abgehoben. Die Piraten sind anders und müssen anders bleiben. Das ist nämlich ihr größter Trumpf!
PS: Ein Coburger Pirat war übrigens Protokollführer. Eine Aufgabe die volle Konzentration erfordert. Danke an Bernd!

